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Demobericht aus Traiskirchen
Rund 70 Personen demonstrierten heute in Traiskirchen gegen Rassismus und Intoleranz, forderten Bleiberecht für alle und lieferten sich mitunter sehr kontroversielle Diskussionen mit Herr u. Frau TraiskirchnerIn.
Nach Beendigung der Demonstration kam es zu einem Übergriff rechtsextremer Jugendlicher auf zwei Aktivisten der SLP...
Um die Mittagszeit kam der Bus der Volxtheaterkarawane nach Traiskirchen. Die Stunden bis zur Demo wurden von mehreren AktivistInnen genutzt um im Rahmen der Möglichkeiten durch Plakate und Flugblätter Gegenöffentlichkeit zu schaffen und somit antirassistische Aufklärungsarbeit bei der Traiskirchner Bevölkerung zu leisten.
Ab 16:00 Uhr trudelten die ersten AktivistInnen, hauptsächlich aus Wien und Baden, in Traiskirchen ein.
Auf dem Bahnhofsplatz fand ab 16:30 Uhr eine Kundgebung mit mehreren RednerInnenbeiträgen statt. Thematisiert wurden u.a. der durch alle Parteien systematisch eingesetzte Rassismus, die alltägliche rassistische Hetze gegen AsylwerberInnen und die Situation um das bald nicht mehr existierende Semperitwerk in Traiskirchen.
Durch die Schließung des Werkes (Semperit war bis vor kurzen der größte Arbeitgeber in der Region) wird vor allem die soziale Situation in und um Traiskirchen zusehends verschärft. In den Redebeiträgen werden die sozialen Mißstände immer wieder als Erklärung für den (sogar für Österreichische Verhältnisse) extremen Rassismus in der Traiskirchner Bevölkerung benutzt.
Kurz nach 17:00 Uhr zog die aus rund 70 Personen bestehende Demonstration in Richtung Flüchtlingslager los. Von Seiten rechtsextremen Jugendlicher die die Demo am Straßenrand begleiteten kam es immer wieder zu rassistischen Aussagen bzw. Ausrufen die eigentlich unter das Verbotsgesetz fallen, von den anwesenden Sicherheitskräften aber stillschweigend toleriert wurden. Einige dieser Jugendlichen die wohl am besten als eine Mischung aus unpolitischem Fußballhooligan und rechtsextremen Skinhead zu beschreiben sind, funktionierten Aufkleber der KJÖ mit der Aufschrift "Gib Nazis keine Chance" kurzerhand in "Gib Nazis EINE Chance"-Aufkleber um.
Trotz permanenter Provokationen gingen einige DemonstrantInnen immer wieder auf die Jugendlich zu und schafften es mitunter auch, sie in Diskussionen zu verwickeln.
Nach einer kurzen Zwischenkundgebung vor dem Flüchtlingsheim - die Eingänge wurden von Gendarmen mit Schlagstöcken bewacht - zog die Demo zurück zum Lokalbahnhof. Dort angekommen setzte starker Regen ein, was die Schlusskundgebung erheblich verkürzte.
Trotzdem ergab sich im Zuge dieser noch eine lebhafte Diskussion zwischen linken AktivistInnen und rechten Jugendlichen. Punkt 18:00 Uhr ging die Gendarmarie dazwischen und forderte die Anwesenden auf nach Hause zu gehen, da Kundgebung und Demonstration nur bis 18:00 Uhr angemeldet seien und man/frau sich bei Nichtbefolgung dieser Anweisung strafbar mache. Nicht alle DemonstrantInnen ließen sich von dieser Ankündigung einschüchtern - die meisten zogen sich allerdings vom Ort des Geschehens zurück.
Wenig später kam es etwas Abseits zu einem Übergriff auf zwei Aktivisten der Sozialistischen Links Partei (SLP). Als die beiden ein Geschäft in der Nähe des Lokalbahnhofes verließen, wurden sie von zwei Personen attackiert und getreten. Die beiden SLP-Aktivisten blieben weitgehend unverletzt - eine Anzeige gegen Unbekannt wurde von der Gendarmerie nur widerwillig aufgenommen.
Kurz vor 19:00 Uhr verließen die letzten DemonstrantInnen, sowie der Bus der Volxtheaterkarawane, Traiskirchen. Bisher wurden keine weiteren Zwischenfälle gemeldet.
Ein Audiobericht und Fotos folgen in Kürze...
(Route: Bahnhofsplatz -> Otto-Glöckel-Straße -> Kreuzung Otto-Glöckel-Straße/Pfaffstättnerstraße (Flüchtlingsheim/Zwischenkundgebung) -> Otto-Glöckel-Straße -> Bahnhofsplatz)