Im folgenden Aufsatz versuche ich Herrschaft und die eigene Unterwerfung des Menschen aus (sozial-)psychologischer Sicht zu verstehen. Dabei haben sich in meinen Überlegungen zwei Begriffe als fundamental herausgestellt: „Realität“ und Selbst.
Der Widerspruch zwischen den Bedürfnissen des Selbst und der Bereitschaft sich „der Realität“ zu unterwerfen ist wahrscheinlich grundlegend und vielleicht die erste Spaltung in der menschlichen "Seele".
Ich möchte im ersten Schritt versuchen eine Definition von „Selbst“ und „Realität“ zu verfassen. Folgend werde ich auf die Problemstellung von Herrschaft/Unterwerfung eingehen und mögliche Lösungsansätze liefern.

Das Selbst
Auf die Frage, was das Selbst ausmacht, gab es über die Jahrhunderte und Jahrtausende des (wissenschaftlichen) Denkens keine allgemein anerkannte Definition, obwohl es uns klar ist, dass eine Welt ohne das Selbst, also ohne einen Ausgangspunkt unmöglich wäre. Wenn von einem „Selbst“ die Rede ist, dann ist die Frage „Wann entsteht ein Selbst“ eine Wesentliche, die uns zur Lösung der schwierigen und komplexen Frage „Was ist das Selbst“ führen kann.
An Hand von Untersuchungen der Entwicklung von Kleinkindern will ich zunächst eine These zur Entstehung 'des Selbst' ausführen:
In mehreren Studien* hat sich herausgestellt, dass bereits Säuglinge ein geprägtes Selbstempfinden haben. Was darauf zurückschließen lässt, dass bereits im Leib der Mutter ein Selbsterleben entsteht. Es liegt die Vermutung nahe, dass mit dem Erblicken des Tageslichtes zum ersten Mal auch ‚das Selbst’ sich von der Nabelschnur löst.
Die Kleinkindforschung vertritt heute die Meinung, dass Säuglinge nicht nur eine eigene Gedankenwelt besitzen, sondern auch, dass sie diese Gedanken mit anderen teilen können.
Empirische Studien* zeigen:
· Neugeborene können sich in ihrer Umwelt orientieren, was dafür spricht, dass Selbst-Welt-Differenzierungen bereits nach der Geburt möglich sind.
· Neugeborene schreien lauter, wenn sie einen Schrei eines anderen Babys hören als wenn sie ihren eigenen Schrei vernehmen. Damit ist belegt, dass bereits Neugeborene zur Unterscheidung zwischen Selbst und Anderen fähig sind.
· Sie lernen im Umgang mit Objekten rasch diese zu kontrollieren, was zeigt, dass sie über ein frühes Bewusstsein verfügen, um gewünschte Effekte in ihrer Umwelt auszulösen.
· Schließlich ist bei ihnen zu beobachten, dass der Mund die Bewegung der Hand zum Kopf vorwegnehmen kann, was für das Vorhandensein eines Körperschemas spricht.
[Das materielle Selbst]
Entwicklungspsychologen* , die Kleinkinder im Alter von 4 – 10 Monaten beobachteten, stellten u.a. fest, dass die Kinder in der Lage sind Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen eigenen Körperbewegungen und einem sich bewegenden visuellen Bild im Spiegel festzustellen. Weiterhin zeigen uns diese Beobachtungen, dass Kinder ab dem 15ten Monat markierungsbezogenes Verhalten zeigen (z.B.: Berühren der eigenen Nasen, während Kind in sein/ihr Spiegelbild schaut), welches das Wiedererkennen der eigenen Person aufweist. Menschen erkennen also schon im frühesten Zeitabschnitt ihres Lebens ihr Spiegelbild als Abbild ihrer eigenen Person und somit ein fundamentales Selbstschema: ein materiell existierendes Selbst.
[Das Selbst: als soziales Wesen ]
Kinder kommunizieren bevor sie fähig sind, sich mit der Wort-Sprache zu verständigen. Bereits Säuglinge setzen „Zeiggesten“ und nicht verbale Vokalisierungen (z.B.: Weinen) ein, um ihre Bedürfnisse, Interesse, Befindlichkeiten und Präferenzen des Selbst an andere mitzuteilen.
Das zeigt:
1. Das Selbst und ein Anderer werden erneut unterschieden
2. Dass das Selbst vom Anderen eine Hilfe/Unterstützung erwartet bzw. diese benötigt
3. Dass Andere auf einen angewiesen sind.
Das Selbst steht somit in einer sozialen Beziehung und in einer sozialen Haltung. Die soziale Beziehung geht weit über das ‚materiell existierende Selbst’ (als Körper) und der damit verbundenen Grundbedürfnisse (z.B. Nahrung, Schutz) hinaus und steht in einer wechselwirkenden Beziehung bzw. im Erkennen des Zusammenlebens mit Anderen und in der Notwendigkeit dieser.
[Das emotionale Selbst]
Babys treten also von sich aus aktiv mit anderen in Interaktion. Sie senden an Andere, die ihnen gegenüber aufmerksam sind, Botschaften aus und lernen aus den Rückmeldungen des/der InteraktionspartnerIn etwas über Andere. Da meist die Eltern die ersten InteraktionspartnerInnen darstellen, bilden sie einen Schwerpunkt im ersten Erleben der emotionalen Außenwelt. Die emotionale Bindung zu den Eltern, welche aus der Sicht des Babys primär das Überleben gewährleistet, aus der Sicht der Eltern das Fortpflanzen bzw. „das Erhalten ihrer Art“* sichert, bildet somit eine Grundbasis des (Über-) Lebens des Selbst für Kind sowie Eltern. Das Leben ist also Ausgangspunkt des emotionalen Selbst, welches sich in Gefühle wie z.B. Liebe, Angst, Freude ausdrückt und eine rational schwer erfassbare emotionale Bindung zulässt. Das emotionale Selbst und die emotionale Bindung ist umgekehrt eine wichtiger Zustand/Funktion, damit menschliches Leben existieren und sich fortpflanzen kann.
[Das „Mich-Selbst“]
Die materielle, soziale und emotionale Beziehung/Bindung zwischen dem Selbst unter der InteraktionspartnerInnen – in diesem Fall der Eltern – sind besonders auffällig im Empfinden des „Mich-Selbst“ und der äußeren Welt „Realität“.
Die Sprache erlaubt dem Kind das „Mich-Selbst“ zu beschreiben, welches keine Person in der Person darstellt, sondern einerseits die Erwartungen/Zuordnungen von Außen an das Selbst versteht und andererseits das Prüfen/Vermitteln des Selbst zur Außenwelt darstellt. Sozusagen der Bereich, indem das Selbst mit der Außenwelt kommuniziert, sich arrangiert oder sich distanziert. Das „Mich-Selbst“ ist in der unmittlerbaren Wahrnehmung zum „kleinen Selbst“, das wachsen möchte. Ein paradoxer Prozess, welcher auf eine ständige Wechselwirkung mit dem Äußeren handelt.
Wenn den eigenen Bedürfnissen und Wahrnehmungen kaum noch getraut wird, statt dessen aber die Außenwelt („Realität“) nachgelebt wird, entwickelt sich eine Selbstfremdheit, die zunächst verstärkt im „Mich-Selbst“ lebt und im nächsten Schritt versucht, nur noch in einer vorgefertigten Realität zu existieren und sich fügsam dem prägenden Einfluss des Anderen überlässt. Dieser sozialpsychologische Prozess und die damit verbundenen Problemstellungen werden uns begleiten.
Realität
Der Begriff "Realität" wird meist als Bezeichnung für die Gesamtheit der materiellen, sozialen und emotionalen Gegebenheiten - auf die sich das Verhalten des Menschen bezieht bzw. von ihm begrifflich oder in der Vorstellung erfaßt und behandelt werden kann - verwendet.
Von der Realität nimmt der Mensch üblicherweise an, dass sie gefunden wurde. Eine erfundene Realität dagegen könne - eben weil erfunden - niemals die wahre Realität sein. Der Mensch wünscht sich gleichzeitig, dass das Erscheinungsbild der Dinge immer wahr sein möge. Doch ist die Realität stets subjektiv: eine erfundene Konstruktion des Menschen, in welcher der Mensch verzweifelt versucht sich zurechtzufinden.
Es ist die Fähigkeit der Abstraktion, die „die Realität“ erfindet, ohne sich des Aktes der Erfindung bewusst zu sein. Daher hat „die Realität“ eine Gefährliche , denn sie wird zumeist dazu benützt, dem, der sie behauptet, den Anschein absoluter Gültigkeit über einen Anderen zu stellen. Umgekehrt wird der Begriff „Realität“ in der Verweigerung des eigenen Selbst im Namen der Realität verwendet.
Ich möchte an Hand der Entwicklungsphase des Kindes später wieder auf den Begriff Realität im Zusammenhang mit Unterwerfung zurückkommen.
[Problematik]
Wie im Kapitel über „das Selbst“ oben erwähnt, existiert und entwickelt sich das Selbst in einem ständigen Prozess der Wechselwirkung mit Anderen und mit der Aussenwelt. Diese Dialektik* ist ausschlaggebend für die Entwicklung des Selbst, des Anderen und der gesamten Menschheit.
Hier möchte ich die Beziehung zwischen Kind und Bezugsperson/Eltern als wesentlichen Entwicklungspunkt herausstreichen. Mutter und Vater wirken mit prägenden Einflüssen auf das Kind. Doch Art und Intensität ihres Einflusses werden bestimmt durch die Reaktionen des Kindes.
Ein Fallbeispiel, dass uns allen bekannt sein wird: Eine Mutter liebt -mit einer ihr davor unbekannten Zärtlichkeit und Nähe- „ihr“ Baby. Es fällt ihr schwer das Baby weinend im Bett liegen zu lassen. Sie fühlt sich innerlich angezogen. Doch sie ist der festen Überzeugung, das Baby würde später verwöhnt und schwierig werden, wenn sie jetzt nach ihrem Selbst handeln würde. Sie nimmt „die Realität“ her: die Übermittlungen von Anderen, demnach sie jetzt Selbstbeherrschung zeigen und das Baby weinen lassen muss. Das Baby hingegen versucht weiter über das Weinen zu kommunizieren, dass es den Kontakt will. Nun argumentiert die Mutter in dem habituierten Muster und schafft eine „Realität“ über das Kind: „Ich habe es doch gerade gefüttert und gewickelt. Es wird ihr/ihm nichts fehlen.“ Die Mutter lässt das Kind Weinen bis es erschöpft ist.
Wir sehen hier eine Mutter, deren Zugang zum Verlangen ihres Selbst in ihrer Entwicklung abgewürgt wurde und sie deswegen auch keinen Zugang zu den Bedürfnis ihres Kindes hat. „Die Realität“ wird als Waffe herangezogen, um das Leiden lassen des Säuglings und ihr Selbst im Unbewussten zu halten: „Ich soll das Baby nicht verwöhnen und in >Wirklichkeit< fehlt ihr/ihm nichts.“
Auf diese Weise braucht die Mutter ihre eigene Erfahrung von Unterdrückung nicht zu reflektieren, im Gegenteil wiederholt sie das Gewohnte: Unterdrückung des Selbst und Anderer. Das Schreien des Kindes weckt womöglich die eigene Verzweiflung und Ohnmacht von damals und die damit verbundenen Leiden, die sie sich nicht zugesteht, da sie ja fest in „der Realität“ verankert ist und das „Mich-Selbst“ sich auflösen würde. Deswegen besteht sie auf die Realität, die sie gerade da besänftigt und beruhigt, wo sie ihr Selbst verraten hat. [Ich nehme im Fallbeispiel ‚die Mutter’ als prägende Bezugsperson, da in der Unterdrückung ‚der Frau’ in der Geschichte ein paralleler Ausdruck dieses Vorganges besteht. Die Bezugsperson ist mit ‚dem Vater’ oder anderen Personen tauschbar]. Die Unterwerfung des hilflosen Kindes, das Durchsetzen des „Willens der Realität“ gegen die Widerstrebung des Kindes bringt bekannte Machtgefühle mit sich und bestätigt damit Herrschaft. Das Kind lernt sein Selbst nicht als Ausgangspunkt seiner Entwicklung, sondern weicht der Selbstempfindung und Selbstverpflichtung, entfremdet sich seiner Eigenen und überlässt/liefert sich dem Anderen aus. Das Kind befindet sich nun im Namen „der Realität“ in einem komplexen sozialpsychologische Machtspiel:
· Unterwerfung wird dabei paradoxerweise als eine Macht gesehen, die die Anerkennung des Selbst erzwingen soll.
· Das Machtspiel der Unterwerfung wird internalisiert (zu Eigen gemacht).
· Alles was im Konflikt mit Erwartungen von Außen steht wird am Selbst gehasst.
· Abspaltung des Selbst vom Bewusstsein
· Die Bereitschaft zu immer weiteren Unterwerfung
Somit bedienen sich Unterwerfung und Selbstverachtung in einem Kreise, die der Psychologe und Psychoanalytiker Arno Gruen folgend versucht zu schildern:
„Der ewige Vorwurf dessen, der sich einem anderen ausgeliefert hat, lautet dementsprechend: >Du hast nicht genug für mich getan.< Dies ist Ausdruck der phantasierten Gegenmacht, die jedem Pakt, der auf Herrschaft und Unterwerfung aufbaut, innewohnt. Dieses Machtspiel wirkt freilich im Verborgenen und beginnt beim Säugling im Strom präverbaler Gefühle. Dieses Machtspiel muss nachgerade geheimgehalten werden, um die Absicht der Gegenmacht zu verbergen. Die Halluzination einer Gegenmacht verhüllt dem, der sich unterwirft, dass er sich willentlich unterwirft. Das führt zu einem doppelten Fehlschlag: Die Unterwerfung bleibt bestehen, und die Rache wird zur Selbstbeschädigung. Unablässig geschürt vom Selbsthass, wird das Rachebedürfnis zur uneingestandenen und unerkannten Quelle und Steuerung der eigenen seelischen Verfassung.“*
Den sozialen Grund des Schmerzes, den das Kind in diesem Prozess erfährt/erträgt, kann es im frühen Entwicklungsstadium nicht erkennen und beginnt den Ausgangspunkt - das Selbst - zu hassen. Diese Emotion wiederum prägt das Grundprinzip des Machtspiels (Herrschaft und Unterwerfung) und wird als unumgängliche „Realität“ verstanden. „Das Selbst“ wird nur noch unterbewusst wahrgenommen, weil eine direkte Konfrontation das erneute Ertragen des erfahrenen Schmerzes – durch Erkennen des Verrats am Selbst - mit sich bringt. Autonomie: Ungehorsam sein gegenüber „der Realität“ würde anderseits bedeuten, den Schutz der Mächtigen und die Chance der Teilnahme an der Macht zu verlieren*.
Psychologische Beobachtungen* zeigen, dass anhaltende Konfrontation mit dem Schmerz der Abweisung bei Kleinkindern, sich in einer stark distanzierten Beziehung des Kindes zur dinglichen und personellen Umwelt manifestieren kann: Das Kind spaltet sich von der Außenwelt ab, ist in sich gekehrt, reagiert kaum auf Ansprache und Umweltreize und baut eine Distanz-Beziehung zu Eltern und/oder anderen Personen. Dabei spricht man („die Realität“) von einer „Entwicklungsstörung des Kindes“: „Autismus“.
„Schizophrenie“ wird bei psychologischen Beobachtung ebenfalls auf den ‚Schmerz der Abweisung’ zurückgeführt. Diese Entwicklungen wird von „der Realität“ als „nicht-normal“ – geisteskrank - in diesem Sinne (wie bei Autismus) als „Verlust des Realitätsbezuges“ gesehen. In der Tat entwickelt sich hier eine Abgrenzung zu einer bestimmten Außenwelt, die schmerzlich erfahren wurde: Der Versuch ‚das Selbst’ zu bewahren, weil sie/er die Heuchelei der Außenwelt („der Realität“) nicht ertragen kann. Damit bewahrt sie/er sich eine potentielle Autonomie und zugleich eine paradoxe Hoffnung, doch irgendwann die Verbindung zur Außenwelt zu finden.
Für jene, die in das Erscheinungsbild „normalen“ Verhaltens hineinschlüpfen, weil sie die Spannung der Widersprüche der zwischen uns aufgelegten Realität und ihrer inneren Welt nicht ertragen, gibt es bald keine wirklichen Gefühle mehr, weil sie mit der Unterdrückung ihres Selbst die Erfahrung des emotionalen Selbst verlieren und lediglich mit der Idee von Gefühlen umgehen. Die Isolierung und Abstellung des Selbst führt zum Verlust der Integration, die von einer gefährlicheren „Realität“ gekennzeichnet ist, die diese Isolierung eben verursacht.
Die jüngste Geschichte Europas: der Faschismus, insbesondere der Hitlerfaschismus*, zeigt in seinem Grauen einen Höhepunkt der existenziellen Gefahr des Konstruktes „Realität“ für die Menschheit. Millionen wurden außerhalb des Konstruktes gestellt, die im nächsten Schritt systematisches/industriell in Vernichtungslager getötet wurden. Dabei bediente sich „die Realität“ an (pseudo-)wissenschaftlichen Thesen wie z.B. Eugenik* (Rassenhygiene) und Euthanasie.
Ansatz zur Lösung der Problematik
Der Wahnsinn, der sich als „Realität“ maskiert und Einzelne kollektiv ermächtigt, ist gleichzeitig die kollektive Gefangenschaft für das Selbst des Einzelnen. Mensch - die/der sich von seinem Selbst abgespalten hat - wird „die Realität“ - die Unterwerfung des Selbst unter die Herrschaft der Mächtigsten im „Spiel“ - als „gesund und normal“ wahrnehmen. Das im wesentlich von außen her Bestimmte wird im gespaltenen „Mich-Selbst“ verinnerlicht. Macht und Herrschaft als Mittel, Hilflosigkeit und Leiden als Schwäche gesehen. Unsere Vorstellung von Realität ist ganz auf diesen Typus zugeschnitten und wird dadurch scheinbar immer wieder bestätigt. Wir fallen auf die Erscheinung der Realität herein, da wir selbst im Druck der Erziehung den Kontakt mit dem verlorenen haben, was sich hinter der Fassade verbirgt.
Dass der Anlass des Lernens und der Entwicklung unserer Person aus inneren Vorgängen sich entwickeln kann, bleibt den gängigen Denkorientierungen fern.
Die Veränderungen braucht das Erkennen/Reflektieren/Verstehen der EIGENEN Geschichte. Dies nützt jedoch nur dann, wenn gleichzeitig die Verantwortung dafür übernommen wird, dass wir uns dafür entschieden haben, uns der Macht zu unterwerfen und Teil der sozialen Gewalt geworden sind. Denn genau diese Unterwerfung ist es, die das autonome Potential behindert und die seelische Deformation bewirkt.
Es wird sicher schwer fallen die innere Ruhe zu finden, weil wir gewohnt sind uns der Außenwelt zuzuwenden, um der innern Unruhe auszuweichen.
Die Verantwortung übernehmen, sich selbst entfalten aus dem inneren der Autonomie, kann die destruktive Entwicklung durchbrechen, bringt jedoch höchstwahrscheinlich Schmerz und Hilflosigkeit mit sich. Dieser Zustand ist bekannt. Es sind dieselben Gefühle, die empfunden wurden, als das erste mal Autonomie für die Realität der Herrschaft aufgegeben wurde. Es ist derselbe Schmerz mit dem wir jedes Mal konfrontiert sind, wenn wir uns unterwerfen.
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Quellenangaben:
* Werner Greve (Hrsg.) (2000), Psychologie des Selbst, Psychologie VerlagsUnion Beltz
* Butterworth, G. (Hg.) (1985): Evolution and developmental psychology, Brighton: Harvester Press
* Lewis & Brooks-Gunn (1979), Social cognition and the acquisition of self, Plenum Press New York
* Sigmund Freud (1972 – 1979), Gesammelte Werke, Verlag: Fischer S.
* Leo Kofler (1970), Geschichte und Dialektik : zur Methodenlehre der marxistischen Dialektik, Marxismus-Verlag
* Arno Grün (1992), Der Wahnsinn der Normalität, DTV München
* Max Weber (1922), Wirtschaft und Gesellschaft,
* R.D.Laing (1986), Das geteilte Selbst, DTV München
* Raul Hilberg (1997), Täter Opfer Zuschauer, Fischer Verlag Frankfurt
* Michael Schwartz (1995), Sozialistische Eugenik 1890-1933, J. H. W.Dietz Bonn
[Leider ist es mir auf Indymedia nicht gelungen, Fussnoten zu machen. Die Reihenfolge der Sterne sind mit der Reihenfolge der Quellenangabe identisch]
Weitere Literatur zu Vertiefung des Themenkomplexes:
Ronald D. Laing (1989), Das Selbst und die Anderen, DTV München
Arno Gruen (1986), Der Verrat am Selbst, DTV München
Henning Genz (2002), Wie die Naturgesetze Wiklichkeit schaffen,Carl Hanser Verlag München/Wien
Gérard Mendel (1973), Plädoyer für die Entkolonisierung des Kindes, Walter-VerlagFreiburg
Bruno Bettelheim (1986), Die Geburt des Selbst, The Empty Fortress, Fischer Frankfurt
Friedrich Wieser (1926). Das Gesetz der Macht. Springer Wien
Jay, Martin (1976), Dialektische Phantasie, Fischer Frankfurt
Zimardo, Gerrig (1196), Psychologie, Springer Beriln NewYork
[Die Angegebenen Bücher sind natürlich kritisch zu Lesen. u.a. Sigmund Freud, der eine frauendiskriminierende, sexistische Reduzierung auf die Fortplanzung betrieben hat.]