Vorarlberg wurde in den letzten Jahren wegen seiner idealen Lage (Dreiländereck – Grenznähe zu Deutschland und der Schweiz) zum Versammlungsort der überregionalen Naziszene. Immer wieder finden rechtsextreme Veranstaltungen wie Konzerte, Partys und auch politische Treffen mit teilweise bis zu 1000 Neonazis statt.
Ebenfalls von Vorarlberg aus sind die zwei Neonazibands „Tollschock“ und „Stoneheads“ aktiv. Wobei letztere, aus dem „Blood and Honour Vorarlberg“ („Blut und Ehre“ – ein weltweites Neonazinetzwerk) Umfeld stammende Band, am 24.1.05 wegen Verhetzung zu Geldstrafen bis zu 2.400€ verurteilt wurde. Als Beweismaterial wurden, Liedtexte („Wir hassen Juden. Wir hassen Neger“) und Fotos von ihrer USA-Tour mit der Naziband „Final War“ (es waren auch Fotos dabei, die die Angeklagten in bewaffneter Pose zeigten) herangezogen.
Neben „Blood & Honour“ existiert in Vorarlberg noch der „Club122“ (122 steht für den 1. bzw. 22. Buchstaben im Alphabet = A bzw. V, 122 bedeutet also „Alemannen Vorarlberg“). Dieser arbeitet eng mit „Blood & Honour“ zusammen. Es wurden zum Beispiel Gedenksfahrten zu SS-Kriegerdenkmälern sowie Veranstaltungen mit SS-Veteranen organisiert. Zudem ist der „Club122“ immer wieder auf rechtsextremen Demonstrationen in Deutschland präsent.
Zusammenfassung der Ereignisse im letzten halben Jahr (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
* 28.8.04: Vermutung eines Naziskinheadkonzertes in Frastanz. Tatsächlich (Ausweichort!?) fand es in Wangen (Deutschland) statt und wurde polizeilich aufgelöst.
* 9.10.04: Neonazikonzert in Krumbach mit rund 450 TeilnehmerInnen. Es spielten je 2 als neonazistisch eingestufte Bands aus Deutschland und den USA. Bei diesem Konzert stürzte eine 23-jährige Konzertbesucherin aus München in einen Bach und ertrank.
* 23.10.04: Ankündigung eines Trauermarsches für die beim Konzert Verstorbene in Bregenz. Dieser wird jedoch von den Behörden verboten. Massive Präsenz der Exekutive im Großraum Bregenz. Es wurden aber trotzdem Neonazis in Bregenz gesichtet. Gerüchten zufolge fand eine Veranstaltung mit unbekannter TeilnehmerInnenzahl in Götzis statt.
* 30.10.04: Erneuter Versuch eine Demonstration anzumelden unter dem Titel „Intoleranz gegen nationale Gesinnung“; wiederum behördliches Verbot.
* 6.11.04: Wieder wurde eine Demonstration der Neonazis, mit dem Motto „gegen den EU-Beitritt der Türkei“, in Feldkirch untersagt
* 13.11.04: Etwa 100 PolizistInnen in Riotausrüstung waren am Samstag nicht in der Lage, einen Aufmarsch von ca. 50 Naziskins am Rande der Demonstration zu verhindern, die im Gedenken an den Novemberpogrom 1938 in Dornbirn stattfand. Im Gegenteil suchte die Bezirkshauptmannschaft nach einer Möglichkeit, die antifaschistische Veranstaltung zu untersagen.
* 8.12.04: Schlägerei zwischen Antifas und 6 Neonazis in Dornbirn.
* 18.12.04: Vier Neonazis griffen eine Gruppe Jugendlicher in Bludenz an. Im Verlauf einer verbalen Auseinandersetzung wurde einer Person eine Gaspistole an die Schläfe gehalten.
* 25.12.04 Fünf Naziskins, bewaffnet mit Gaspistole, Schlagstöcken und Messern, griffen BesucherInnen eines Punkkonzerts in Bludenz an. Dabei wurden mehrere Jugendliche verletzt – eine Person trug eine Schusswunde am Kopf davon.
* Am selben Tag kam es vor der Gendarmeriewache (!!!) zu weiteren Übergriffen von zwei Naziskins auf Jugendliche, die auf die Wache mussten, um Aussagen zu den oben genannten Vorfällen zu machen. Als diese sich wehrten, mussten sie das gegenüber der Gendarmerie auch noch rechtfertigen, was zu einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung führte.
* 7.1.04 Eine Gruppe von Neonazis schlagen auf einen Passanten in Feldkirch ein und brechen ihm dabei die Hand.
In den Vorarlberger Medien, werden, die fast schon im Wochentakt auftretenden rechtsextremen Gewalteskalationen zumeist als unpolitische Scharmützel zwischen rivalisierenden Jugendbanden dargestellt.
Die Landessicherheitsdirektion in der ÖVP-Hochburg Vorarlberg schaut der Reorganisierung und Finanzierung der Szene tatenlos zu. Bei Konzerten (über welche sich die Neonaziszene großteils finanziert) sah die Polizei oft nur tatenlos zu und beschränkte sich darauf, den Verkehr rund um die Veranstaltungsorte zu regeln.
Angesichts dieser untragbaren Umstände, fordern wir jede und jeden dazu auf, nicht mehr länger tatenlos zuzusehen und rufen dazu auf, an der überregionalen Antifa-Demonstration tatkräftig teilzunehmen.
[Wir unterstützen zwar den Aufruf der „Sozialistischen Jugend“, da wir aber nicht unter dem Banner einer parteinahen Organisation demonstrieren wollen, wird sich ein „autonomer Block“ auf der Demonstration bilden.]
Organisiert euch SELBST,
vernetzt euch mit bestehenden Zusammenhängen
und setzt antifaschistische Aktionen!
Faschistische Strukturen zerschlagen – Naziübergriffe verhindern!
Treffpunkt:
26.2.05
15:30 Uhr
Bahnhof Bludenz
Österreich/Vorarlberg
Hinweis:
Kein Alkohol und Nationalfahnen auf AntifaDemos!
Stattdessen kämpferischer und vielfältiger Widerstand!
Infos auf:
at.indymedia |
antifanews vs vlbg |
no-racism