Am Mittwoch, 23. März 2005 begannen in Wien die sog. RäumungSchlussTage. Und gleich zum Beginn wurde am Rande einer Kundgebung ein Haus besetzt.
Den Auftakt machte eine Kundgebung unter dem Motto:
Wien roimt auf! EKH ist! Bleibt! Wird Sein! Ca. 150 Leute kamen ab 15:00 Uhr zur Ecke Museumsquartier/Volkstheater. Es gab, Musik, Informationen, viele Transparente und vor allem auch schönes Wetter.
Gegen 16:30 wurden dann einige Leute beobachtet, als sie gleich neben der Kundgebung am Haus Ecke Museumsstraße/Burggasse Transparente aus den Fenstern hängte. Schnell wurde klar, dass hier ein Haus besetzt wird.
Die Kundgebung wurde aufgelöst und zahlreiche AktivistInnen versammelten sich auf den Gehsteigen rund um das soeben besetzte Haus. Auf einem Flugzettel, der neben verschiedenen Raketen und Krachern aus den Fenstern geworfen wurde, ist zu lesen:
Burggasse / Ecke Breite Gasse
Dieses Haus ist besetzt!
ohne Pause bis jetzt
denn wir kamen zuerst und gehen zuletzt!
Besetzt im Rahmen der Räumung - Schlusstage
um zu zeigen
wie viele Räume leer bleiben
auf die Zukunft zu verweisen
dass wir sehr wohl wissen
wohin wir müssen
zieht man uns den Boden weg,
unter den Füssen!!
gegen Mietwucher
gegen Obdachlosigkeit
gegen ungenützte, leerstehende Räume
gegen Singlehaushalte
für kollektives Wohnen
für eine bessere Lebensqualität
für mehr Kommunikation
für RUAMRAUB!
!weitermachen!
Die Polizei, die schon in den frühen Morgenstunden bei zwei Locations, die an den RäumungSchlussTagen beteiligt sind auftauchte, um ihnen Polizeischutz anzubieten, da sie ja mit den ach so bösen HausbesetzerInnen zusammenarbeiten, war nicht sehr zahlreich vertreten. Die Eingänge des Hauses wurden besetzt - obwohl den Beamten nicht gleich klar sein dürfte, welches die Eingänge sind. Die Leute an den Fenstern im besetzten Haus, die mit Overalls und Gesichtsmasken bekleidet waren, verschwanden nach und nach.
Um ca. 17:00 Uhr betraten dann die ersten Exekutivbeamten das Haus. Fortsetzung folgt...
Das Programm zu den RäumungSchlussTagen findet sich auf der Homepage der NLV/KRIPO unter:
t0.or.at/raum. Bis Sonntag gibt es zahlreiche kulturell-politischen Veranstaltungen.
Hier zur Dokumentation die Presse Aussendung mit den Forderungen:
Räumung Schluss Tage
Die Stadt gehört WIR
23-27.März.2005
in ganz Wien
genaues Programm auf/ www.t0.or.at/raum
Wir melden uns lautstark zu Wort, mit der konkreten Forderung nach autonom nutzbaren Freiräumen, für Projekte mit emanzipatorischen Anspruch in Wien und bitten die kritische Wiener Öffentlichkeit um Aufmerksamkeit:
Die neue Liegenschaftsverwaltung KRIPO ist ein Netzwerk aus Wiener Initiativen aus dem Bereich der selbstverwalteten kulturellen und politischen Arbeit. Alle diese Initiativen vom TÜWI im Villenviertel, über
die Public Netbase, dem Verein Echo, das Frauencafe bis zum EKH am anderen
Ende der Stadt...(diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit und steht zur Erweiterung offen)... verbindet ein gemeinsames gesellschaftliches Anliegen:
Nämlich den Erhalt und die Erweiterung von Räumen, die nicht nach
herrschenden Normen funktionieren und Türen öffnen für ein besseres und
solidarisches Leben. Sie richten sich daher direkt gegen die verschiedensten Formen von Herrschaft und Unterdrückung, wie Rassismus,
(Hetero)Sexismus, Kapitalismus und Antisemitismus. Experimentell soll
versucht werden normierende Strukturen zu reflektieren und zu überwinden.
Dazu brauchen wir frei gestaltbare Räume und Netzwerke.
Mit unseren Forderungen wenden wir uns zunächst an die Institutionen, die
diese Initiativen konkret bedrohen oder ihrer Bedeutung nur unzulänglich
Rechnung tragen (Gemeinde Wien, Bundesregierung, Universitäten...) und an
dich aktiv zu werden. Wir müssen es schaffen ein gesellschaftliches Klima
aufzubauen, dass der Erhaltung und Schaffung emanzipatorischer Projekte
ermöglicht.
Wir fordern:
• DEN ERHALT BESTEHENDER INITIATIVEN
• DIE ZUR VERFÜGUNG STELLUNG VON RESSOURCEN FÜR NEUE FREIRÄUME