Repression & Befreiung
Bullenterror im Beisl – Kärntnerstraße 1 in Graz
Am 26.03.05 fand ein Konzert im Beisl - Kärntnerstraße 1 statt, dass zuerst von der Polizei "gesprengt" wurde - Stunden später wurden dann 8 Personen festgenommen.
Ein Konzert im Beisl – Kärntnerstraße 1 (mit Scheissegal, Chaos Engine und Ungunst) wurde am 26.03.05 von der Polizei gesprengt. Zuerst rückte Polizei an, als Ungunst – als letzte Band – gespielt hat, weil es angeblich zu laut war (ca. 23:30). Daraufhin begannen Chaos Engine und Anhang sofort ihr Anlage und Geräte einzupacken – es wurde ihre Anlage benutzt, da es mit der eigentlichen Probleme gab. Also packten sie alles zusammen und fuhren heim.
Trotz des allgemeinen Ärgers deswegen ging nachher die Party weiter (mit Musik vom Computer). Es war ca. 4 Uhr als die Polizei ein zweites Mal in das Beisl einzudringen versuchte – diesmal schoben eine Personen einen Kasten vor eine Eingangstür; quasi als Barrikade. Ich, 2 Mitglieder von Ungunst und 3 weitere Personen wollten gerade zum Taxi, das uns heimbringen sollte. 2 Personen gingen vor hinaus – daraufhin folgten wir. Als wir aus dem Haus hinausgekommen waren, war bereits eine Person verhaftet (deren Identität noch immer nicht bekannt ist). Die 2 Personen, die vor hinaus gegangen sind, wollten nur erfahren, wer diese Person ist, woraufhin die Polizisten die 2 angriffen und die männliche, die kaum noch selber stehen, also auch sicher keine Gefahr darstellen konnte, brutal verhafteten und die weibliche schlugen. Ich, meine Freundin und die 2 Mitglieder von Ungunst wollten daraufhin von der Polizei wissen, warum die männliche Person verhaftet worden ist, und wer der/die erste unbekannte Verhaftete ist. Daraufhin wurden wir mit drohenden Schlagstöcken zurück getrieben. Mal wieder war es absolut nicht möglich mit den Polizist/innen ein Wort zu reden.
So sahen wir zu, wie noch 6 andere Personen (5 männliche, eine weibliche) gewalttätig aus dem Haus gezogen wurden. Jedes Mal wenn eine von ihnen wegen des hohen Alkoholspiegels umfiel, wurde ihm/ihr mit Schlägen und Tritten „aufgeholfen“. Insgesamt waren schätzungsweise 20-25 Polizeibeamten/Innen anwesend.
Besonders erschreckend war die überbrutale, faschistoide und total aggressive Vorgehensweise der Polizei, obwohl sich die Verhafteten rein gar nicht gewehrt haben. Die Polizisten/Innen hatten sichtlich auch noch Spaß daran, wie „mensch“ zum Beispiel sehen konnte, als ein älterer Polizist aus einem Auto stieg und seine Kollegen/Innen mit einem Grinsen im Gesicht mit „Hallo, meine Brüder“ lachend begrüßte.
8 Menschen wurden also verhaftet. 8 Mal wurde Anzeige wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt erhoben, einmal Körperverletzung (!?) und einmal Sachbeschädigung.
2 Eindrücke aus dem Gefängnis haben wir erhalten – eine Person, die den Schlüssel von einem Inhaftierten brauchte, um zuhause hineinzukommen, sah diesen. Sie sagte, dass er „total fertig“ gewesen sei und gerade weg (zum Arzt) gebracht wurde, als sie ihn fragte, was im Gefängnis passiert sei. Den zweiten Eindruck vom Zustand der Inhaftierten erhielten wir, durch einen Anruf eines Inhaftierten. Er sagte, dass sie im Gefängnis brutal geschlagen werden...
Zumindest 48 Stunden sind die 8 Menschen jetzt in der Gewalt der Polizei, was weiter passieren wird, ist noch ungewiss...