Antifa : Wiener Kongress 2005
WK: Bericht vom Samstag im Vekks
Im Vekks fanden am Samstag (14.05.2005) mehrere Diskussionsveranstaltungen im Rahmen des
Wiener Kongress statt. Zunächst gab es einen sehr interessanten Vortrag/Diskussion über Zwangsprostitution im KZ Mauthausen. Darauf folgte ein Vortrag über AnarchistInnen und ihren Widerstand im KZ Mauthausen. Danach bildete sich eine offene Diskussionsrunde, in der Gedanken/Erfahrungen über Theorie und Praxis im Kampf gegen Faschismus ausgetauscht wurden.
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Eine kleine Zusammenfassung über den Vortrag zur Zwangsprostitution im KZ Mauthausen:
Zwangsprostitution ist ein lange verschwiegenes Thema in der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Es gab unterschiedliche Arten von Lagerbordellen, für die SS, für die Wehrmachtsangehörigen und für die sogenannten "Funktionshäftlinge" (Kapo). Ziel der SS war es "die Arbeitsleistung zu steigern", meist wurden Frauen aus dem KZ Ravensbrück in die Lager gebracht. Ihnen haftete nach der Befreiung oft das Image der Bessergestellten an - mit der Realität hat das natürlich nichts zu tun. Bei der Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen wurde heuer auch - abseits den offiziellen Feiern - den Zwangsprostituierten gedacht- in der Barracke 1 wurde ein Film gezeigt, in dem Frauen zu Wort kommen. Noch immer kämpfen die Frauen um ihre Anerkennung als Opfer.
Zusammenfassung Vortrag AnarchistInnen im KZ Mauthausen:
Nach dem 1939 der Frankofaschismus in Spanien die totale Macht an sich riss, mussten Tausende von Menschen nach Frankreich fliehen. Darunter auch jene Menschen aus Spanien, die als Milizionäre aus den französischen Flüchtlings- und Arbeitslagern, als zivile Flüchtlinge, als Soldaten der französischen Armee oder als Mitglieder der Résistance ins KZ Maunthausen verschleppt wurden. Ein grosser Anteil davon (genaue Anzahl konnte nicht recherchiert werden) waren AnarchistInnen. Der Großteil der rund 7.000 spanischen Häftlinge des Lagerverbandes Mauthausen war in den Nebenlagern KZ Gusen I und II inhaftiert. Alleine auf diese beiden Lager entfielen 37.000 der rund 120.000 KZ-Toten auf dem vormaligen und nunmehrigen österreichischen Staatsgebiet. Der Vortrag erzählte über den Widerstand der Häftlinge, aber auch über die Auseinandersetzungen und Hierachien unter den Häftlingen.
Zusammenfassung der Diskussionsrunde über Erfarungen/Gedanken im Kampf gegen Faschismus:
Der Titel der Veranstaltung lautete zwar
"Antifaschismuskritik - zwischen revolutionären Kampf und bürgerlicher Ideologie", doch die Diskussion ging weit darüber hinaus. Eine grundsätzliche Klärung des Begriffes Faschismus war notwendig gewesen. Es wurde über die Dollfuss-Ära, in dessen Tradition die österreichische bürgerliche Politik liegt, diskutiert und über einen - auf österreichischem Nationalismus beruhenden - Anti-Nazi Konsens der bürgerlichen Politik. Des weiteren wurde über das Ausmass einer Kontuinität des Faschismus in der Geschichte des österreichischen Staates diskutiert. Erfahrungssaustausch in der direkten Aktion gab es vor allem in den Abschnitten über den Kampf gegen Rechtsextreme, aber auch gegen Klerikalfaschisten, wie etwa die AbtreibungsgenerInnen von Pro-Life.