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Wiener Kongress 2005

Wiener Kongress 2005: Bericht vom Workshop über Aneigung vom Freitag den 13ten

Wir bekommen nur die Entscheidung, die wir uns nehmen!
Entschieden haben sich die die gut 20 WorkshopteilnehmerInnen aufgrund der mangelnden Räumlichkeiten in Wien, sich temporär einen passenden Raum anzueignen. Eine kollektive Schwarzfahraktion ersparte den langen Spaziergang dorthin...
Nach der Praxis kam dann die Theorie... dazu wurden drei inhaltliche Impulsreferate vorbereitet:

Aneigung ist nichts neues, jedoch werden über diesen Begriff und den Praxen seit einigen Jahren lebhafte Debatten geführt. Die Aktionen im Zuge der Kampangen von „Hamburg (und änderen Städten) umsonst“ hinterfragen auf konkrete Weise die Eigentums- und Vergüngsverhältnisse am Beispiel öffentlicher Einrichtungen (Schwimmbäder, Universitäten, Verkehrsmittel). Ja, wir wollen alles und zwar umsonst. Es geht somit um die Aneigung des Lebens entgegen eines ökonomischen Verwertungszwangs und einer kollektiven Aneigung des gesellschaftlich produzierten Reichtums.

Der zweite Themenblock betrachtete aus einer wertkritischen Perspektive das kaptialistische Tauschverhältnis und dessen Äquivaltenten – das Geld –. Ein selbstbestimmtes Leben kann nur über die Ablehnung der in-Wert-Setzung der Arbeit(szeit) folgen. Somit muss eine Kritik an den herrschenden Verhältnissen an diesem Strukturprinzip ansetzen und darf nicht einer reaktionären Personifizierung anheim fallen. Nicht tauschen und konkurrieren, sondern teilen und miteinander arbeiten. Als Versuch und Beispiel steht der während des Wiener Kongresses eingeführte Kost nix Laden im Vekks.

Aneigung erschöpft sich jedoch nicht auf materieller Ebene, sondern erfolgt auch in der Gesellschaft strukturierenden Sprache. Die Praxis der begrifflichen Aneigungen hilft sowohl herrschende Zuschreibungen zu dekonstruieren, als auch (durch die Umbesetzung) neue Identitäten zu bilden. Die Aneigung von Begriffen wird jedoch auch vom „Markt“ beherrscht. Dies zeigt das Beispiel der riot grrrl Bewegung. Auf einer sexualisierten Ebene kam es zu einer Kommerzialisierung der unter diesem Begriff subsumierbaren Erscheinungen (in der Mode, Musik, usw.). Der Kampf um Begriffe liegt hier dem Kampf um (Frei)Räume sehr nahe.

Die während und nach den Impulsreferaten geführten Diskussionen können hier nicht genauer wiedergegeben werden – sie bleiben ungestöhrt, waren ausschweifend und dauerten bis tief in die Nacht....
 
 

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