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Soziale Kaempfe : Wiener Kongress 2005

Wiener Kongress: SABOTAGE

Zusammenfassung der Diskussion über Sabotage am Di. 17.5.2005, Prater Arenawiese im Rahmen vom Wiener Kongress.
In der Diskussion wurde Sabotage innerhalb von Arbeitsverhältnissen erörtert.
Sabotage (abseits des militärisch verklärten Begriffs) verstehen wir als Regulativ gegenüber Zwang, Ausbeutung und Machtverhältnissen,
und soll als kollektive Kampfform neben Streik als Mittel bewußt eingesetzt werden.
Natürlich kann sie auch die individuelle Verbesserung einer Situation bewirken, sollte aber langfristig als Mittel zur Veränderung und Prozess zur Neugestaltung der gesamten
gesellschaftlichen Bedingungen gedacht werden: die Übernahme der Betriebe in Selbstorganisation, als Signalwirkung für Kampfmaßnahmen, zur Erprobung der eigenen Widerstandskraft
usw.

Folgende Punkte scheinen wichtig:

Bezüglich Sabotageaktionen in Betrieben ist eine Selbstanalyse und Analyse der Firmenstruktur notwendig, die den richtigen Zeitpunkt für Aktionen definiert -. wenn die Konjunktur gut ist,
kann ein Leistungsausfall stärker wirken als zu einem anderen Zeitpunkt. Die Analyse kann auch feststellen, wo der Betrieb am stärksten ist, wo am labilsten.
Sowohl Absprachen als auch das Überraschungsmoment können für Aktionen positiv wirken. Es scheint wichtig, Sabotage zu leisten, bevor sich die Verhältnisse und Strukturen zu
ungunsten der Arbeitenden verändern und nicht danach.

Austesten der Möglichkeiten

Wie durch den Gesprächsbeitrag der anwesenden SchülerInnen klar wurde, ist Sabotage ein Prozess, der sich mit dem Austesten der Möglichkeiten beschäftigt. In diesem Zusammenhang
kann festgestellt werden, dass die dafür notwendige psychische und gedankliche Struktur trainiert und gefördert werden muß um das Individuum in seiner Fähigkeit Widerstand zu leisten zu
stärken. Opposition gegenüber in der Hierarchie höher Stehenden und das Brechen einer inneren Loyalität gegenüber Vorgesetzten, die in vielen neuen Arbeitsverhältnissen sich u.U. als
sympathisch darstellen, ist in einer autoritär geprägten Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit sondern eine Leistung. Studien behaupten , dass das Bewußtmachen dieser psychischen
Vorgänge (falsche Loyalität etc.) diese Haltung verändern kann.
In diesem Zusammenhang kann nochmals betont werden, dass Widerstand primär ist, d.h. nicht nur als Reaktion auf konkrete Ereignisse stattfinden sollte.

Kommunikation und Solidarität

Sabotageaktionen müssen als politisches Mittel auch bewußt kommuniziert werden, um nicht nur als Mittel des individuellen Interesses zu wirken. Als Beispiel wurde das langsame
Arbeiten genannt, das z.B. dazu dienen kann, dass Arbeitsplätze nicht weg rationalisiert werden , da die Betriebsleitung feststellt, dass die Hälfte der Leute die gleiche Arbeit verrichten kann.
Das Gegenteil ist der/die fleißige Mitarbeiterin, die glaubt, durch ihre individuelle Leistung einen Erfolgsweg gehen zu können. Die Realität zeigt, dass diese Vorstellung an eine Grenze
stößt und Betriebe mit opferbereiten leistungswilligen MitarbeiterInnen genauso schließen oder Leute entlassen. Gemeinsames Handeln wäre das stärkere Instrument. In diesem
Zusammenhang steht auch unsere Vorstellung vom Aufbau von Syndikaten, die einen stärkeren Zusammenhalt und eine Handlungs- und Organisationsfähigfähigkeit bewirken könnten.

Wir behaupten sogar, dass zwischen der Macht der Arbeitenden und ihrer Widerstandskraft und der Leichtigkeit, mit der Maßnahmen zur Erhöhung des Profits eingesetzt werden eine direkter
Zusammenhang im Sinne einer Wechselwirkung entsteht.

Sabotageaktionen müssen bewußt als Mittel kommuniziert werden, um durch Solidarität eine größere Wirkung zu erreichen. Streikaktionen im Pflegesektor haben gezeigt, dass es möglich
war zu kommunizieren, dass letzten Endes der/die Patientin darunter leidet, wenn das Personal überlastet ist, und dass der Arbeitskampf eine Maßnahme ist, die diesen Mißstand zugunsten
aller beenden möchte.


Eine Diskussion über Sabotageaktionen nicht nur in Betrieben sondern im gesellschaftlichen Feld wird dieser folgen.

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