wie alle 3-4 monate rollte ein grossaufgebot von bullen mit ihrer raeumungsmaschinerie (riotcops, wasserwerfer, bulldozer, greif- brechtrupps,....) durch amsterdam, mit der absicht die bewohnerinnen von 8 besetzten haeusern gewaltsam auf die strasse zu setzen.
da die staatsbuettel so freundlich waren den tag zu bestimmen, legten die kraaker die uhrzeit fuer den start der raeumungswelle fest. ungewoehnlicherweise fiel die wahl auf 6 uhr morgens, so geschah es dass der morgendliche berufsverkehr durch brennende barrikaden lahmgelegt wurde. diese hauptverkehrsader war die "rokin" und in der rokin war das "punkrokIn", eines der zu raeumenden haeuser.
in die plaene der kraakers nicht eingeweiht, zeigte sich die staatsmacht zunaechst sichtlich ueberfordert. doch der drohenden gefahr zum trotz nahmen sie all ihren mut zusammen und versuchten deeskalierend einzugreifen. dieser versuch wurde von den kompromisslosen raechern des denkmalschutzamtes(auch autonome genannt) ignorant durch massiven steinschlag und musikalischer folter in form von crustmucke vereitelt.
diese form der kommunikation wurde von beiden seiten noch ca. fuer eine halbe stunde aufrechterhalten. doch mensch wirds nicht glauben, doch selbst in holland hat die deeskalation ihre grenzen und so kam es dass die schwarzvermummten gestalten durch etwas nachdruecklicheren polizeieinsatz unter schwerster beanspruchung ihrer desolaten atemwege den rueckzug antreten mussten. doch noch hatten die ordnunghueter nix zu lachen, denn drei noch uneinsichtige verharrten hartnaeckig im verbarrikadiertem haus und hatten die kontrolle ueber den ghettoblaster.
nach einem ersten erfolgserlebnis(das gewaltsame eindringen in den vierten stock), mussten die raeumungsexpertinnen feststellen das sie es zwar geschafft hatten das haus zu betreten, sich jedoch im falschen stock befanden. die 3 gegenspielerinnen befanden sich naemlich im ersten und der weg dorthin etablierte sich selbst fuer die profis als hoellentrip. vor den barricaden zwischen den stockwerken kapitulierend, bestiegen die ritter des privateigentums wieder ihren von einem kran getragenen container und liessen sich zu den fenstern des ersten stockes tragen. mit einer ueberdimensionalen lanze geruestet wussten die kraakers diesen angriff siegessicher abzuwehren("maus in der dose" taktik).
bei spaeteren versuchen der selben angriffstaktik im zweiten stock wurde der container von der lanze im kreis gedreht(zentrifugentaktik) was fuer etwas desorientierung auf seiten der containerbullen sorgte. dies geschah den aermsten gleich zweimal. die herumstehenden schaulustigen waren von dieser hervorragenden show sichtlich begeistert. die herumstehenden bullen wurden der langeweile zum trotz mehrere male mit farbbomben attackiert.
nach stunden aufopfernder hinnahme von peinlichkeiten schafften es all die expertinnen sich durch die barrikaden zu kaempfen und die 3 uebeltaeterinnen festzunehmen.
die raeumung dauerte 6 stunden, was fuer amsterdamer verhaeltnisse aeusserst lang ist, da eine durchschnittliche raeumung meist nicht laenger als eine stunde dauert. mensch muss beachten das sich die bullen hier schon seit mindestens 30 jahren regelmaessig durch barrikaden kaempfen und viel erfahrung haben.
die erschoepfte raeumungskaravane zog weiter und benoetigte noch mehrere stunden um die restlichen 7 haeuser zu raeumen.
resumee:
die der raeumungswelle vorangegangene kampagne entpuppte sich als erfolg. im vergleich zu den letzten raeumungswellen beteiligten sich statt ca.20, an die 100 menschen am widerstand. und anstatt passiv auf das eintreffen der riotcops zu warten, bestimmten die kraaker selbst zeit, ort und verlauf des aufeinandertreffens. wir wissen nun das es moeglich ist mit einer handvoll leuten
kreativen und offensiven widerstand zu leisten, selbst bei einem grossaufgebot der polizei.
vielleicht schafft es diese aktion uns endlich aus dem (nicht nur) amsterdamer mythos der 80'er zu befreien um eine eigenstaendige militante praxis zu entwickeln.
die dynamik der letzten tage scheint nicht abzuhallen, was sich heute und gestern in lautstarken krawalldemos vor der polizeistation ausdrueckte in welcher sich noch immer 18 verhaftete der raeumungswelle befinden. die anklagepunkte gegen diese 18 menschen sind noch nicht bekannt. den angaben der lokalpresse zufolge wurde bei einer/m gefangenen ein molotovcocktail gefunden.
mehr infos zur kampagne findet ihr unter
/ www.mysquat.tk
video:
www.snijders99.demon.nl//30mei/or1.mpg
mehr infos und fotos: nl.indymedia.org