*Hintergrund:
Das besetzte Gelände steht symbolisch für den Kampf um kulturelle Freiräume in Salzburg. Die
Arge-Kultur hat ihre Wurzeln in einer aktionistischen Protestbewegung. Der Verein veränderte und etablierte sich in seinem immerhin schon über 20jährigen Bestehen natürlich. Viele, vor allem junge Kulturschaffende können sich nur mehr schwer mit dem Selbstverständnis und den Möglichkeiten der heutigen Arge-Kultur identifizieren. Oft verhindern allein schon die hohen Eintritts- und Getränkepreise eine Teilnahme am kulturellen Programm. Das Bedürfnis nach neuen, selbstverwalteten und frei zugänglichen Räumen ist groß und manifestiert sich seit einiger Zeit in verschiedensten selbstorganisierten Aktionen (z.b.
hier).
Worum es geht:
Es soll darauf hingewiesen werden, dass es in Salzburg Menschen sehr schwer gemacht wird ihren kulturellen Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Unkommerzielle, künstlerische und soziale Projekte scheitern oft an den finanziellen Bedingungen. So wird der Zugang zu kulturem und sozialem Leben von Einkommen und Taschengeld abhängig gemacht. für Tourismus, etablierte Kultur, traditionelles Brauchtum und Prestigeprojekte scheinen in Salzburg unbegrenzte Mittel zur Verfügung zu stehen. Ein weiteres Problem ist der eklatante Mangel an passenden Räumlichkeiten, welche unkompliziert und frei nutzbar sein könnten. Um das zu ermöglichen, sollten die nötigen Freiräume erkämpft werden.
*Bisherige Ereignisse:
Der
Freitag stand vor allem im Zeichen des Einzugs. Viele begeisterte Menschen kamen spontan vorbei und beteiligten sich rege an der Instandsetzung der Räumlichkeiten. Eine improvisierte Küche entstand und wurde mit Essbarem bestückt, ein beheizter Schlafraum wurde eingerichtet und der Veranstaltungsraum mit dem nötigsten Equipment ausgestattet. Das Haus wurde von oben bis unten angemalen und mit Transparenten verziert. Lesungen und Basteleien füllten den Nachmittag, am Abend wurde dann ausgiebig und mit Unterstützung lokaler Djs gefeiert.
Auch das Echo in den bürgerlichen Medien fiel ganz nett aus: neben dem Bericht in den
Salzburger Nachrichten brachten sowohl der ORF als auch SalzburgTV die Meldung in ihren Tagesnachrichten.
*Stand der Dinge:
Positive Energie verbreitet sich seit der Besetzung im und ums Gebäude. Neue Formen des Miteinanders werden gelebt und erprobt, Arbeiten aufgeteilt. Nach und nach spielen sich auch auf organisatorischer Ebene einigermaßen verbindliche Strukturen ein. In einem großen offenen Plenum am Vormittag wurden die bisherigen Ereignisse reflektiert und das weitere Vorgehen diskutiert. Alle gemeinsamen Aufgaben wurden auf Arbeitsgruppen aufgeteilt, die sich nun autonom um Dinge wie Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur, Programmgestaltung, VoKü o.ä. kümmern. Trotz des spontanen Charackters der Aktion sowie dem Problem, dass im Haus bis auf Strom gar nichts mehr funktioniert, läuft die Besetzung bis jetzt sehr gut. Es sind rund um die Uhr Leute vor Ort und hauchen den alten Baracken neues Leben ein. Die Stimmung ist friedlich und kooperativ, Probleme werden angesprochen und diskutiert. Alte und Junge Menschen kommen und gehen, bringen Spenden oder Glückwünsche. Den Nachmittag über wurden die Räumlichkeiten weiter adaptiert und auf den zu erwartenden Ansturm vorbereitet.
*Übersicht über das bisherige und bevorstehende Programm:
Freitag:
15:00 Pressekonferenz
18:00 Lesung
abends dj culture
Samstag:
11:00 Plenum
ab 16:00
- VoKü
- Kreativ Workshop
- Theater Workshop
- Rechtshilfe Workshop
- Noise Orchestra (Jammen mit allem was da ist)
18:00 Lesung
19:00 Free Dance Impro Jam
20:00 in concert: Merry Puppets
22:00 in concert: Penny Pincher
ab 23:00
local DJ culture: D'n'B, Tech-House, Goa, Jungle, Breakcore, Mashup, Hardtekk, ... OPEN LINEUP!
Sonntag:
tagsüber offener Betrieb
17:00 große Plenum um das weitere Vorgehen zu bereden
*WICHTIGE INFOS!
- warm anziehen
- essen und trinken selbst mitbringen
- eigenverantwortung wahrnehmen
- programm mitgestalten