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Hausbesetzung

Köln: Barmer Siedlung besetzt!

Köln. Seit 2 Wochen sind überall in der Barmer Siedlung Häuser besetzt. Eines davon soll nun ein selbstverwaltetes Zentrum für Politik und Kultur werden.
Die Barmer Siedlung mit hunderten von Wohnungen sollte nach dem Willen der Stadt Köln einem Kongresszentrum weichen. Die Bewohner wurden umgesiedelt. Jetzt wird das Kongresszentrum nicht gebaut - weil höchstwahrscheinlich unrentabel. Abgerissen werden soll die Siedlung trotzdem. Auf der dann freien Fläche könnten, so die Stadtverwaltung, evtl. Parkplätze entstehen. Mit der Besetzung dieser Siedlung soll dieser wahnwitzigen Stadtplanung entgegengetreten werden.
Freiräume für alle!
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Seit 2 Wochen sind in der Barmer Siedlung Häuser besetzt. Eines davon soll nun ein selbstverwaltetes Zentrum für Politik und Kultur werden. Allein gegen den Abriss zu sein, genügt uns nicht, zumal die Notwendigkeit für selbstverwaltete Zentren in Köln nach wie vor dringlich besteht. Leider konnte in den letzten Jahren weder ein Autonomes Zentrum noch ein Soziales Zentrum erkämpft werden.
Mit der selbstständigen Gestaltung eines der Häuser in der Barmer Siedlung soll versucht werden, wieder Debatte und Kampf um selbstverwaltete politische Räume zu beginnen.

Der Charakter dieses Zentrums ist dabei klar: Jede Form von Diskriminierung und Beleidigung von Menschen auf Grund ihres Geschlechtes, ihrer Hautfarbe, Herkunft, sozialen Hintergrundes, sexuellen Praxis und Orientierung, Religion oder Alters wird in keinster Weise toleriert. Das Haus bietet auch Geschichtsrevisionismus, Verschwörungstheorien und aufdringlichem sozialen
Verhalten keinen Raum. Hier sollen sich Menschen wohl fühlen, entspannen und ihren Projekten nachgehen können, ohne sich dabei ständig gegen
Belästigungen verbaler oder tätlicher Art wehren zu müssen. Damit stellt sich die Intitiative klar gegen die Idee willkürlich offener Räume.

Die Frage, warum wir solche Räume brauchen, lässt sich leicht beantworten.
Es gibt in Köln keine Räume, in denen es möglich ist, Soliparties, counter-kulturelle Konzerte, experimentelle Kunstprojekte, unkommerzielle größere Veranstaltungen, Seminare, Kongresse und ähnliches zu veranstalten. Meist ist mensch mit hohen Raummieten, institutioneller Genehmigung oder früh schlafender Nachbarschaft konfrontiert. Es gibt keinen Ort, an dem sich die linke Szene tatsächlich trifft, austauscht, diskutiert, streitet oder neue Projekte anfangen könnte. Das führt zum nächsten Problem. Seit Jahren gibt es keinen Ort mehr, an dem Jugendarbeit gemacht wird. Wir haben den Anschluss an die Jugendlichen in Köln verloren, was zu einem deutlichen Nachwuchsproblem geführt hat. Die wenigen Menschen, die neu in die linksradikale Szene in Köln kommen, kommen von ausserhalb hierher zum
Studieren. Dadurch geht uns die Verankerung in der Stadt verloren. Wir kennen uns nicht mehr aus in den urbanen Diskursen und Problemen in Köln.
Die genaue Kenntnis der Umstände ist aber eine Vorraussetzung für erfolgreiche politische Intervention. Inzwischen sehen wir zu, wie die rechte Bewegung ProKöln an den Schulen rekrutiert und Nazis versuchen, Subkultur zu besetzen, während uns die Anlaufstelle für Jugendliche fehlt, die sich für linke Politik interessieren. Seit eh und je funktioniert die emanzipatorische
Politisierung von Menschen über konkrete Kämpfe oder durch subkulturelle Szenen.
Wir wollen dass wieder um emanzipatorische Politik gekämpft wird.

Dabei muss es nicht nur darum gehen, aktiv zu werden, sich einzubringen, Projekte zu starten und die Räume zu gestalten, sondern auch darum, den Charakter dieser Räume und die Frage um ihre Notwendigkeit gemeinsam zu diskutieren. Wollen wir ein Autonomes oder ein Soziales Zentrum und worin besteht der konzeptuelle Unterschied? Was soll dort passieren und wie kann die linksradikale Szene in Köln sich vergrößern und nach Vorne gehen?
Auch in anderen Teilen Kölns müssen geeignete Objekt gefunden und erkämpft werden!
Let's go!

Einblick ins Programm des Sozialen Zentrums:
Fr.24.3.Eröffnungsparty mit Blacksheep Soundsystem und Vokü
Sa.25.3. 18h Infoveranstaltung des Antifa-Cafes mit Referentinnen der Karawane Wuppertal mit Filmen
Sa. 25.3. 20h Punk/HC Konzert mit Kingdom, Ksm-40, Save Yourself
Sa/so: be-creative: Haus verschönern und einrichten
Mi, 29.3. Filmabend
Do, 30.3. Konzert mit Tackleberry(tbc.)

darüberhinaus: Umsonstladen geöffnet, Workshops in Planung etc.

Einfach hinkommen und mitgestalten
 
 

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