Von 4. und 6. April 2006 findet in Wien die EU-Konferenz "The freedom of choice" statt. Es geht um die so genannte Koexistenz, dem Nebeneinander von Gentechlandwirtschaft und jener, die bewusst auf den Einsatz der umstrittenen Gentechnik verzichtet. Am Mittwoch, 5. Arpil 2006 fand dazu eine Demo in Wien statt. Im folgenden einige Hintergrundinfos dazu.
Wesentlich an der EU-Konferenz ist, dass die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, richtungsweisend sind und wohl kaum mehr zu revidieren, falls es der Anbau von Gentechnik weiter voranschreitet. Denn eine Koexistenz, also ein Nebeneinander von gentechnikfreier und gentechnich manipulierter Landwirtschaft ist wohl kaum möglich. Denn es ist davon auszugenen, dass im Fall der Anwendung von Gentechnik das Saatgut mit den Planzen auf sogenannten gentechnikfreien Pflanzen eingeht.
Das Motto der
Demo gegen die Gentechnik lautete (siehe Ankündigung:
www.radicalendar.org//calendar/austriaimc/all/display/41233/index.php): "Marsch der Regionen gegen Gentechnik" - dabei geht es darum, dass sich Regionen zusammenschließen und gemeinsam entscheiden, ob in dieser Region Gentechnik angewendet wird. Aus meiner Sicht ist dieser Vorschlag nicht sehr radikal und es ist fraglich, wie weit so was in der Praxis umsetzbar ist. So gibt es in der EU lediglich drei Länder, die sich per se gegen Gentechnik aussprechen. So wurden Österreich, Polen und Griechenland zu gentechnikfreien Ländern erklärt. Der Umstand, dass der derzeitige EU-Vorsitz bei Österreich liegt, lässt wohl viele GentechnikgegnerInnen ein wenig hoffen, dass dies die Position gegen Gentechnik stärkt. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird sich weisen...
Denn: Entscheiden sich die verantwortlichen PolitikerInnen für die Koexistenz, also einem Nebeneinander von gentechnisch manipulierten und nicht manipulierten Pflanzen, wird es in Wahrheit keine gentechfreie Landwirtschaft mehr geben. Gentechnisch veränderte Organismen (GMO) breiten sich unkontrolliert aus (Wind, Bienen, etc.).
Die
Ziele des Marsches gegen die Gentechnik sind laut Informationen der Homepage der VeranstalterInnen:
* Die gentechnikfreie Landwirtschaft, Gaertnerei, Imkerei, Fischhaltung und Forstwirtschaft muss langfristig sichergestellt werden
* Wahlfreiheit und Selbstbestimmungsrecht von KonsumentInnen, Bauern und Baeuerinnen, die auf Gentechnik verzichten wollen, muessen geschuetzt werden
* Regionen muessen selbst bestimmen koennen, sich als gentechnik-frei zu erklaeren und diese Gentechnikfreiheit ist rechtlich abzusichern.
* Wir unterstuetzen die Petition "GMO-free regions and local areas" (Gentechnikfreie Regionen), die sich an die EU-Kommission wendet, die von vielen Organisationen und Regionen unter-stuetzt wird. (Siehe: www.gmofree-europe.org/">www.gmofree-europe.org/)
* Wir praesentieren der Konferenz die "Vienna Declaration for a GMO-free Europe", ein Dokument, das unsere Position zur Koexistenz und unserem Verstaendnis gentechnikfreier Regionen darlegt.
Solange die oben angefuehrten Probleme nicht EU-weit geloest sind, darf es keine EU-weiten Zulassungen fuer den Anbau von gentechnisch veraenderten Organismen geben!
An den Protesten beteiligten sich vor allem Leute, die von weiter her angereist waren, während in Wien weder die EU-Konferenz noch die Proteste groß thematisiert wurden.
Über die
Hintergründe der Konferenz informierten bereits im Vorfeld Beiträge in freien Radios:
Focus Europa vom 4. April 2006: Anlässlich der EU-Konferenz "The Freedom of Choice" (4.-6.4.06) zur grünen Gentechnik: Hintergründe und Interviews zur aktuellen (Rechts-)Lage für die Einführung der grünen Gentechnik und den Protesten und Gegenaktionen (ca 30:00 min, sehr interessant):
freie-radios.info//portal/content.php
(ANTI-) Gen-Gipfel in Wien: Interviews mit Veranstaltern des Gegen-Gengipfels, einem Vertreter der Bantam-Mais Kampagne (Save our Seeds) - Bedingungen, Möglichkeiten und Ziele eines Kampfes für ein genfreies Europa (ca 5:00 min):
freie-radios.info//portal/content.php
Weitere
Informationen für ein gentechnikfreies Europa finden sich unter:
www.gmofree-europe.org/">www.gmofree-europe.org/
Informationen zu den Protesten in Wien: www.gmofree-europe.org/">www.gmofree-europe.org//Gen_Marsch.htm