Etwa 120 AntifaschistInnen protestierten in aller Frühe gegen das treffen von Wehrmacht, Waffen-SS, Neonazis und PolitikerInnen am kärntner Ulrichsberg. Die Kärntner Polizei liess es sich nicht nehmen, das Demonstrationsrecht teilweise ausser Kraft zu setzen, trotz allem gelang es aber einige Nazis an der Teilnahme des Ulrichsbergtreffens zu hindern und ihre Abreise durch eine Blockade zu verzögern.
Die Tage zuvor (Berichte darüber gibt es hier:
www.u-berg.at//orga.htm) wurde bekannt, dass die Polizei die angemeldete Route um das letzte (und wichtigste) Stück untersagte. Eigentlich war eine Demonstration bis zum Kollerwirt angemeldet, wo die angereisten Nazis parken, saufen und sich schließlich auf dem Weg zum Gipfel des Ulrichsberges machen. Das letzte Stück des Weges wurde jedoch wegen der "Gefahr der Sicherheit für Leib, Leben und Eigentum" (oder so ähnlich) einfach untersagt. Als Alternativroute wurde ein Waldweg "erlaubt".
Um etwa 8:00 in der Früh traf der etwa 120 Personen grosse Antifa-Tross im am Fuße des Ulrichsberges gelegenen Kaff Karnburg ein. Kurzzeitig konnten einige Nazi-Busse am weiterfahren gehindert werden, die Polizei leitete die Busse jedoch einfach auf eine andere Route um, was zumindest eine etwa 20minütige Verzögerung der Ankunft der TeilnehmerInnen mit sich brachte.
Um diese Verzögerung aufrecht zu halten, blieb die Demo mitsamt Lautsprecher-Wagen erstmal in Karnburg stehen, die Polizei provozierte und sobald die Demo einen Fahrstreifen überschritt, wurde von Polizeiseite zurückgeschoben. Dieses Vorgehen ist illegal, schließlich steht das Demonstrationsrecht über dem Recht des frei fliessenden Verkehrs.
Als es keinen Sinn mehr hatte die Route durch Karnburg zu blockieren, machte sich die Demo über den erlaubten Waldweg doch noch richtung Kollerwirt auf. Die Polizei wurde recht schnell abgehängt und die Wanderung ging über Stock und Stein hin zum Kollerwirt, wo die Einfahrt zum Parkplatz blockiert wurde. Einige Nazi-Privatautos wurden an der Weiterfahrt gehindert und mussten schlussendlich umdrehen. Die Polizei dachte sich währenddessen eine neue Schinake aus und verhängte eine "Bannmeile von 300 Metern", legte diese 300 ziemlich großzügig aus und versuchte die Demo abzudrängen, was jedoch nicht gelang. Die Antifas schafften es die Route auf den Ulrichsberg für einige stunden zu blockieren, um 12 Uhr war eigentlich die Abfahrt Ulrichsberg-TeilnehmerInnen angekündigt, die Route war jedoch immer noch blockiert. Durch beständiges drängen schaffte es die Polizei die Demo immer weiter gegen die Fuß des Berges zu drücken, um dieRoute freizuhalten wurde jedoch auf eine andere Taktik zurückgegriffen. So wurden auf einer Stelle, wo der Abfahrtsweg breiter wurde Absperrgitter aufgestellt, hinter denen Dann demonstreirt werden sollte. Die Antifas wollten sich natürlich nicht einfach so einsperren lassen und blockierten in Sichtweite der Gitter weiter die Route. Irgendwann wurde es der Polizei einfach genug und sie kündigte an, die Blockade gewaltsam auflösen zu wollen. Tja, Lust auf Haue hatte niemensch, die Normalität, die normalerweise an diesem Tag herrscht, geriert gehörig aus den Fugen und so wurden die abreisenden Nazis zum Abschied noch mit Schimpf-Chören bedacht. Zwar hinter den verdammten Gittern (wirklich kein schönes Bild), aber was solls, Antifaschismus soll schließlich kein Posing-Contest sein.
Die Polizei war an diesem Tag schlicht überfordert. Zuerst wollte sie das Vermummungsverbot durchsetzen (verbal, hihi), trotzdem blieben viele TeilnehmerInnen der Demo vermummt, was auch gute Gründe hatte, schließlich wurde von allen möglichen Seiten fotografiert und gefilmt - die Dissidentinnenkartei soll offensichtlich größer werden in Kärnten/Koroska. Sogar ein hubschrauber war im Einsatz und zog über den Köpfen der DemonstrantInnen seine Kreise.
Einige Nazibusse bekamen am Weg Richtung Ulrichsberg übrigens auch ein paar Farbbeutel ab. Gut so!